Montag, 24. Mai 2010

Mein Dämon

von K.


I.

Das Schlechte ist sein Reich. Er liebt den Schmerz –
Er rast durch schwarze Wolken dichten Rauches,
Nicht Weihrauch brennt, es brennt mein Herz!
Er ist der Bote grausen Brauches.

Entlaubte Bäume sind sein Thron,
Kadaver, brennende, sind seine Knechte,
Ein Bild von Schönheit - mir sein Hohn;
Das Schwert drückt er in meine Rechte.

Er liebt den Zweifel, sät das Gift,
Verdirbt mir Liebe und das Staunen;
Und seiner schwarzen Kralle Schrift,
Entlockt aus meinem Hals ein Raunen.

Geistlos sieht, vergießt er Blut,
Denn Leidenschaft bestraft er schnell!
Die Bitterkeit ersetzt den Mut,
Und Musen brennen feuerhell.

Fern von irdischem Gewahren,
Spür‘ ich seinen höhnisch Blick.
Erlegen weltlichen Gefahren
Ergeb‘ ich mich in mein Geschick.

II.

Tief im Herzen sitzt der Drache,
Der Teufel, der mich lässt erstarren
Ich will aus schwarzem Bann erwachen –
Und muss in kaltem Schlaf verharren.

Verführung schenkt er, sie ist Lüge;
Er will doch nur, dass ich in Ketten
Allein den nächsten Tag ertrüge –
Doch wird mich jemals jemand retten?

Wird schmelzen je das schwarze Eis?
Werd ich erwachen aus dem Bann?
Ich folg dem Stern, der Hoffnung heißt,
Die doch noch nicht zerrann.

Erneut werd ich ihm unterliegen,
Denn wieder bin ich ihm verfallen.
Ich kann den Dämon nicht besiegen,
Und einst werde ich durch ihn fallen.

Frei von allem, was mich hält,
Will ich einst die Sterne grüßen,
Ich weiche dann von dieser Welt
Und werde still für alles büßen.

III.

Denn niemand schützt mich, keiner hält,
Die Hand, die sich im Schmerz verkrampft.
Das Herz verdorben nun zerschellt,
Der letzte Tropfen Blut verdampft.

Alleine schreit‘ ich durch die Schwärze,
Und laufe weg, weiß nicht wohin,
Ich fürchte mich, genieß die Schmerzen,
Und weiß nun nicht mehr, wer ich bin.

Der Dämon tobt, er schreit, er lacht;
Er ist zufrieden, hat erreicht,
Hat sein Dämonenwerk vollbracht,
Wenn mein Gerippe hier verbleicht.

Vorbei der Kampf, vorbei die Qual,
Ein Ende muss die Folter finden,
Was übrig bleibt, die letzte Wahl,
Des Schicksals letzte Sünde.

IV.

Gesandte dessen, was ich hasse!
Verflucht seid ihr! Nun schweigt nicht, sprecht!
Wollt ihr, dass ich mein Leben lasse,
Bevor ihr meine Ketten brecht?

Des Schicksals Götter, lacht nur laut –
Ich werd einst euren Sitz ersuchen.
Den Tempel, den ihr habt erbaut –
Kreischend werde ich verfluchen!

Mein Leiden, es trägt einen Namen.
Es wohnt in mir und lässt mich brennen…
Es foltert mich, kennt kein Erbarmen.

Zu enden meinen langen Frust,
Dien ich Gott, dien ich dem Teufel! –
Reißt mir den Fluch nur aus der Brust!

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