Montag, 31. Mai 2010

Sommer

von K.

Nach des Frühjahrs Blumenhauch,
Bricht warmes Licht durch’s Wolkenmeer.
Und wie der Götter bunter Rauch,
So wärmt den Geist das Blütenmeer.

Ihr Antlitz wärmt mein Herz, mein fahles.
Ich sehne mich nach reinem Licht.
Doch auch der Sonne helle Strahlen
Erfreuen meine Seele nicht.

Es glänzt die Flur! Es blüht der Mohn.
Im warmen Regen sprach ich ein Wort.
Der Sommer naht, der Sehnsucht Hohn –
Will mich narren und lockt mich hinfort.

Träumend liege ich im Gras;
In dem Versteck, das mich verbirgt.
Träumend von dem, was ich vergaß;
Weck mich, wenn September stirbt.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Herzen aus Stahl, Seelen aus Eis

Inspiriert von F., verfasst von K.

Ein brennend' Feld.
Ein totes Kind -
Wo weilt der Held?
Er eilt geschwind.

Zerbarst der Ort,
Zerbarsten Herzen.
Des Terrors Hort
Birgt fremde Schmerzen.

Entehrte Weiber,
Leidend' Soldaten,
Zerrissen Leiber
Und grause Taten.

Die Leichen begraben,
Das Blut geronnen,
Die Schlacht geschlagen,
Der Krieg gewonnen.

Montag, 24. Mai 2010

Mein Dämon

von K.


I.

Das Schlechte ist sein Reich. Er liebt den Schmerz –
Er rast durch schwarze Wolken dichten Rauches,
Nicht Weihrauch brennt, es brennt mein Herz!
Er ist der Bote grausen Brauches.

Entlaubte Bäume sind sein Thron,
Kadaver, brennende, sind seine Knechte,
Ein Bild von Schönheit - mir sein Hohn;
Das Schwert drückt er in meine Rechte.

Er liebt den Zweifel, sät das Gift,
Verdirbt mir Liebe und das Staunen;
Und seiner schwarzen Kralle Schrift,
Entlockt aus meinem Hals ein Raunen.

Geistlos sieht, vergießt er Blut,
Denn Leidenschaft bestraft er schnell!
Die Bitterkeit ersetzt den Mut,
Und Musen brennen feuerhell.

Fern von irdischem Gewahren,
Spür‘ ich seinen höhnisch Blick.
Erlegen weltlichen Gefahren
Ergeb‘ ich mich in mein Geschick.

II.

Tief im Herzen sitzt der Drache,
Der Teufel, der mich lässt erstarren
Ich will aus schwarzem Bann erwachen –
Und muss in kaltem Schlaf verharren.

Verführung schenkt er, sie ist Lüge;
Er will doch nur, dass ich in Ketten
Allein den nächsten Tag ertrüge –
Doch wird mich jemals jemand retten?

Wird schmelzen je das schwarze Eis?
Werd ich erwachen aus dem Bann?
Ich folg dem Stern, der Hoffnung heißt,
Die doch noch nicht zerrann.

Erneut werd ich ihm unterliegen,
Denn wieder bin ich ihm verfallen.
Ich kann den Dämon nicht besiegen,
Und einst werde ich durch ihn fallen.

Frei von allem, was mich hält,
Will ich einst die Sterne grüßen,
Ich weiche dann von dieser Welt
Und werde still für alles büßen.

III.

Denn niemand schützt mich, keiner hält,
Die Hand, die sich im Schmerz verkrampft.
Das Herz verdorben nun zerschellt,
Der letzte Tropfen Blut verdampft.

Alleine schreit‘ ich durch die Schwärze,
Und laufe weg, weiß nicht wohin,
Ich fürchte mich, genieß die Schmerzen,
Und weiß nun nicht mehr, wer ich bin.

Der Dämon tobt, er schreit, er lacht;
Er ist zufrieden, hat erreicht,
Hat sein Dämonenwerk vollbracht,
Wenn mein Gerippe hier verbleicht.

Vorbei der Kampf, vorbei die Qual,
Ein Ende muss die Folter finden,
Was übrig bleibt, die letzte Wahl,
Des Schicksals letzte Sünde.

IV.

Gesandte dessen, was ich hasse!
Verflucht seid ihr! Nun schweigt nicht, sprecht!
Wollt ihr, dass ich mein Leben lasse,
Bevor ihr meine Ketten brecht?

Des Schicksals Götter, lacht nur laut –
Ich werd einst euren Sitz ersuchen.
Den Tempel, den ihr habt erbaut –
Kreischend werde ich verfluchen!

Mein Leiden, es trägt einen Namen.
Es wohnt in mir und lässt mich brennen…
Es foltert mich, kennt kein Erbarmen.

Zu enden meinen langen Frust,
Dien ich Gott, dien ich dem Teufel! –
Reißt mir den Fluch nur aus der Brust!

Donnerstag, 13. Mai 2010

Die letzte Legion

Von K.

Die Banner hoch -
Heraus zur letzten Schlacht!
Wir sind der letzten Tage Streiter,
In unsren Herzen Terror lacht.

Auf bleicher Länder weißem Grund
Stürmen tote Heere vor.
Und hasserfüllt tut jedem kund
Von Tod und Leid ihr Chor.

Schöner als des Schlafes Friede
Sind sie zum Untergang bereit.
Wenn auch das Blut in ihnen siedet,
Sie bringen Zions Kindern Leid!

Denn Asche fällt, und Feuer lacht;
Die Söhne des Staubs liegen bar.
Wir sind aus schwarzem Bann erwacht
Der diesen Hass in uns gebar.

Noch sind wir ein Irrlicht, flammend,
Das in kalter Nacht sich regt.
Jener fremden Welt entstammend
Die den Keime in sich trägt.

An Ufern, wo sich Leichen türmten,
Erkannten wir den Sinn im Sein:
Als wir durch die Heimat stürmten,
Vergaßen wir Entbehrung, Pein.

Aus brennenden Fanfaren
Tönt unser Schicksalswort;
Mit letztem Willen fegt es
Der Feinde Klang hinfort.

Am Tag, von Blut beläutet,
Nur dieses Wort besteht.
Durch Flamme ungeläutert
Die falsche Welt vergeht.

Verhüllt vom dichtem Rauch,
Der Flammen Widerschein,
So haben wir verlassen auch,
Des Lebens leeren Hain.

Gleich denen, die verdorben,
Am Fluch zerbrochen sind.
Wenn alle sind gestorben
Uns nur noch kennt der Wind.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Das Schicksal eines Kriegers

Allen Soldaten gewidmet. Von K.

Er war gefallen, stand am Tor.
Er hoffte, seine Waffen glänzten,
Der Ruhm, der seinen Tod umkränzte,
Er wärmte ihn zuvor.

Was soll ich mit dir tun, mein Krieger?
Du warst nicht immer gut,
Du warst nicht immer stolzer Sieger,
Doch fielest du mit Heldenmut.

Ich war’s, ich war’s,
Rief er dem Licht entgegen.
Ich war kein guter Mann,
Ich hoff‘ auf deinen Segen.

Ich kämpfte ewig treu,
Ich habe nie verraten.
Drum, hoffe ich, vergibst du mir,
Auch meine schlechten Taten.

Wenn hier ein Ort ist,
An dem ich Ruhe finden kann.
Verstummen bald die Schreie,
Von jedem toten Mann.

Denn fiele ließ ich sterben,
Denn grausam ist die Welt.
Und jeder musste fallen,
Der sich entgegenstellt.

Doch nie verschmäht‘ ich einen Freund,
Ich half auch jedem, der mich rief.
Ich schützte jeden, der mich bat,
Mein Treueschwur galt tief.

Wenn jemand darf durch dieses Tor nun schreiten,
So bist es du, mein Krieger;
Nie wieder musst du zu Felde reiten,
Jetzt bist du endlich Sieger.

Nach all den Opfergaben
Sei dies dein letzter Lohn:
Ich rufe dich ins weiße Reich –
Du sahst die Hölle schon.

Samstag, 8. Mai 2010

8. Mai

von B.

Der zweite Bruderkrieg hinterließ in Europa auf beiden Seiten nur Verlierer und markierte den Anfang eines stetigen Abstieges. Keine der kämpfenden Nationen hat irgendetwas dabei gewonnen und die Gräben zwischen ihnen waren am Ende tiefer als jemals zuvor. Heute ergeht sich Europa in gegenseitigen Verleumdungen, Selbsthass, sinnlosen Schuldzuweisungen und Streitereien, es wird verfälscht und gelogen was das Zeug hält - sowohl auf Seite der Offiziellen als auch auf Seite der "Revisionisten". Und die Hakennasen freuen sich und feiern das Gezanke, denn mit jedem Funken Hass, der zwischen Angehörigen europäischer Nationen erglimmt, wird ihre Position stärker.
Die Gefallenen kriegen glücklicherweise nicht mehr mit, wie die Dampfwalzen der Globalisierung und der "Demokratie" Europa weiter in den Schlamm pressen. Ich beneide sie fast, denn so unselig dieser Krieg und seine Umstände auch waren, jeder einzelne Soldat konnte zumindest von sich behaupten, für eine stolze Nation in den Kampf zu ziehen.

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